Pinguin & Storytelling (Ich liebe diese Geschichte)

Diese Geschichte ist nicht meine Geschichte. Heißt, ich habe sie mir nicht ausgedacht. Es ist eine von vielen Geschichten von Dr. Eckart von Hirschhausen. Ich erzähle sie, weil sie so gut zu uns passt.

Dr. Eckart von Hirschhausen, damals noch völlig unbekannt, war als Entertainer auf einem Kreuzfahrtschiff angestellt. Und es geht ihm schlecht dort. Er wurde seekrank und zu allem Unglück fanden ihn die Gäste nur mittelmäßig lustig. Zermürbt von der schlechten Stimmung, war er froh, dass das Schiff nach drei Tagen in Norwegen angelegte. Dort ging er in einen Zoo und sah auf einem Stein einen Pinguin stehen.

Er erzählt: „Ich hatte Mitleid: Musst du auch Smoking tragen? Wo ist eigentlich deine Taille? Und vor allem: Hat Gott bei dir die Knie vergessen?” Sein Urteil stand fest: Fehlkonstruktion.

Gedankenverloren beobachtete Eckart von Hirschhausen, wie der Pinguin ins Wasser sprang und direkt an seinem Gesicht vorbeischwamm. Der Pinguin war in seinem Element.

„Ein Pinguin ist zehnmal windschnittiger als ein Porsche! Mit einem Liter Sprit käme der umgerechnet über 2500 km weit! Sie sind hervorragende Schwimmer, Jäger, Wasser-Tänzer! Und ich dachte: Fehlkonstruktion!“

Für mich ist diese Geschichte eine Metapher für drei Themen:

Wir denken oft, (mich eingeschlossen), dass wir schon genug über jemanden wissen und nehmen uns selten Zeit, uns in das Gegenüber hineinzuversetzen. Wir alle urteilen, anstelle wertungsfrei zu beobachten, weil unser Gehirn so am effizientesten arbeitet. Doch was passiert, wenn wir uns einem Thema ganz unvoreingenommen nähern? Dann kommen völlig neue Facetten zum Vorschein. Wir nehmen Dinge wahr, die vorher im Verborgenen lagen. Und dadurch können wir auf einmal treffender kommunizieren. Weil wir unserem Gegenüber auf einer anderen Ebene begegnen.

Eine Kollegin schrieb kürzlich in einem Post sehr treffend über die Kommunikation mit Mandanten: „Ich war beispielsweise bei sehr vielen Erstgesprächen mit Mandanten dabei. Hintergrund war, dass ich Sprachanalysen gemacht habe. Wie benennt ein Mandant etwas? Warum tat ich das? Weil die gelebte Sprache des Mandanten auch seiner Suchroutine entspricht. Es war eine inspirierende Zeit. Von den Erkenntnissen in der Kanzlei zehre ich heute noch.“

Und: Wie wichtig das Umfeld ist, damit wir unsere Fähigkeiten entfalten können. Ich selber habe nach dem Abitur Lehramt studiert und bin zufällig durch einen Job am Fraunhofer-Institut in den Bereich Marketing, Presse und Öffentlichkeitsarbeit gerutscht. Ich machte meinen Master als Medienautorin. Vor zehn Jahren kam der Deep Dive ins Performance Marketing. Fasziniert von Zahlen und Messbarkeit entwickelt ich bis heute skalierbare Marketing Strategien. Und habe wie der Pinguin mein Wasser gefunden.

Warum erzähle ich das? Weil gute Geschichten seit jeher Menschen berühren und faszinieren. Geschichten treffen Menschen in ihrem innersten Kern. Und darum sollte es immer gehen. Wir wollen die Geschichten finden, die für unsere Bezugsgruppen interessant sind. Doch wer sind die Menschen, mit denen wir jeden Tag zu tun haben?

Mit wem hast du jeden Tag zu tun und wie gut kennst du diese Menschen?

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